Wie ensteht Schnarchen

Unter dem medizinischen Fachbegriff „Rhonchopathie“ versteckt sich das gemeine Schnarchen in gewisser Ausprägung.

Die Bezeichnung kommt aus dem Griechischen:

rhonchos heißt Schnarchen +

pathie heißt leiden

= an Schnarchen leiden bzw. das Schnarchleiden.

Was ist Schnarchen?

Gemeint ist das rasselnde Geräusch, welches manche Menschen im Schlaf erzeugen.

Die Lautstärke macht allerdings den Unterschied. Ein leises Schnarchen wird oft nicht als so störend empfunden wie ein lautes.

Welche Lautstärken unterscheidet man hier? Siehe dafür diesen Artikel

Schnarch-Stufen

Das Schnarchen kommt in verschiedenen Ausprägungen vor:

Leichtes Schnarchen

Gelegentliches bzw. leises Schnarchen z.B. bei Erkältung oder durch die Lage bedingt spielt fast keine Rolle. Der Partner nimmt es wahr, stört sich aber nicht daran. Auch der Schnarcher selbst merkt kaum was davon.

Mittleres Schnarchen

Schnarcht man regelmäßig etwa in geringer bis mittlerer Ausprägung der Lautstärke, so spricht man von normalem Schnarchen oder auch vom kompensierten Schnarchen. Es handelt sich hierbei immer noch um eine Variante ohne Krankheitswert.

Starkes Schnarchen

Sobald das Schnarchen regelmäßig und laut wird, der Partner keine Nachtruhe mehr findet oder man sich auch selbst ständig am Tag gerädert und unkonzentriert erlebt, spricht man vom starken Schnarchen. Oft geht dies mit Atemaussetzern und folglich mit einer Verminderung der Sauerstoffversorgung einher. Diese Form, das obstruktive Schnarchen kann beträchtliche gesundheitliche Folgen haben.

Wie entsteht das Schnarchen?

Der Auslöser des Schnarchens liegt in den oberen Atemwegen. Das Geräusch bildet sich durch:

  1. die flatternde Bewegung des Gaumens und des Zäpfchens,
  2. das Kollabieren des Luftstroms im Zungengrund und Rachen oder
  3. auch durch die erschwerte Nasenatmung.

Durch die Einengung der Atemwege – erstmal unabhängig von der Ursache – verhält sich der Luftstrom bei der Ein- und Ausatmung anders bzw. wird der Ton des Schnarchens erzeugt (siehe Abbildung). Je nach Anatomie und Gewebe ist jeder Abschnitt des oberen Atemwegs daran beteiligt.

Der Mundrachen ist immer am Schnarchen beteiligt. „Er verhält sich bei der Einatmung im Schlaf wie ein dynamisches Ventil, das zunehmend enger wird, je stärker der negative Druck während der Einatmung ist. Physikalisch greift hier zur Erklärung das Strömungsgesetz nach Bernoulli. Die gesteigerte Strömungsgeschwindigkeit im Mundrachen beeinflusst den Weichgaumen (= Gaumensegel), der vom Atemwind in Bewegung gebracht werden kann.“ (Quelle: Wikipedia).

Wie löst der Luftstrom das Schnarchen aus?

Das Einatmen lässt das Gaumenzäpfchen zwischen dem Zungengrund und der Rachenhinterwand hin und her schwingen, es entsteht das Schnarchen. Atmet man wieder aus, so schlägt das Gaumenzäpfchen nach vorne um und flattert zwischen dem harten Gaumen und dem Zungenrücken.

Wenn allgemein der Luftstrom auf weichem Bindegewebe und schlaffer Muskulatur trifft, so lässt dieser das Zäpfchen lautstark flattern. Trifft der Atemstrom auf straffem Bindegewebe und trainierter Muskulatur, so bleibt das Gaumensegel fest, das Schnarchen wird verhindert.

Wenn die Zunge – bedingt durch die Schlafposition – zurückfällt, engt sie ebenfalls den Rachen ein. Der Luftstrom verhält sich ungünstig und löst das Schnarchgeräusch aus.

Fakt ist, dass das Schnarchen ein ziemlich komplexer strömungsdynamischer Prozess mit unterschiedlichen Verursachern und Wirkungen ist. Es gibt also mehrere Faktoren, die zusammenspielen und oft gemeinsam im Zusammenhang eine Rolle spielen.

Fakten zum Gaumensegel und Rachenmuskulatur:

Die Festigkeit des Gaumensegels und der Rachenmuskulatur sind abhängig

  • vom Alter: Mit steigendem Alter lässt die Festigkeit des Bindegewebes nach – innen und außen. Durch die Alterung des Gewebes kann nicht nur das Gaumensegel, sondern auch der immer weicher und schlaffer werdende Rachen am Schnarchen beteiligt sein. Die Häufigkeit des Schnarchens nimmt infolgedessen mit dem Alter zu. Hinweis: Man kann allerdings auch die Rachen- und Gaumenmuskulatur mit gezielten Übungen trainieren.
  • vom Schlafstadium: Die Muskulatur entspannt sich deutlich in der REM-Schlafphase. Deshalb nimmt auch im REM-Schlaf das Schnarchen zu.
  • vom äußerlichen Einfluss: Rauchen, Alkohol, Schlaftabletten, Antidepressiva – diese Mittel wirken auf Gewebe und Muskulatur stark entspannend. Hinweis: Man sollte auf diese Einflussfaktoren verzichten, denn diese steigern das Schnarchrisiko deutlich.

Was das Schnarchen beeinflusst oder begünstigt:

Die Körperlage

Bei den meisten Betroffenen tritt das Schnarchen abhängig von der Schlaf- bzw. Kopfposition auf. Die Rückenlage begünstigt das Schnarchen, denn hierbei öffnet sich leicht der Mund und damit verändert sich auch die Atmung.

Der Fitnessgrad

Übergewicht führt zu Fettgewebe – auch im Rachenbereich. Dadurch werden Bindegewebe und Muskulatur schlaff. Folglich schnarcht man leichter.

Die genetische Veranlagung bzw. Anatomie

Liegen anatomische Besonderheiten, wie z.B. eine Nasenscheidewandverkrümmung oder Verengung der Atemwege vor, so ist Schnarchen ebenfalls eine Folge davon. Hier könnten operative Korrekturen helfen.

Krankhafte bzw. gefährliche Ausprägung des Schnarchens

Ein sehr lautes Schnarchen ist oft mit gelegentlichen oder regelmäßigen Atemaussetzern verbunden. Dabei spricht man von einem Schlafapnoe-Syndrom, welches im Schlaflabor ärztlich untersucht, diagnostiziert und behandelt werden sollte. Da dies leider oft nur einem aufmerksamen Partner auffällt, sollte man auch auf andere Anzeichen achten, wie z.B. die Häufigkeit heftiger Albträume, die den Schnarchenden oft begleiten.

Anzeichen: Die Schlafapnoe ist mit einer Sauerstoffunterversorgung des Schlafenden verbunden. Hierbei aktiviert der Körper den Schutzreflex, die Atemanstrengung und die Spannung der Atemwegs- und Atemmuskeln steigt, um den Körper zu versorgen. Ähnlich wie bei einer Stressreaktion steigt hierbei Blutdruck- und Herzfrequenz, Adrenalin wird ausgeschüttet. Der Schnarchende wacht womöglich auf, ringt nach Luft und verspürt starkes Herzklopfen. Wenn man diese Vorkommnisse öfter bei sich selbst beobachtet, sollte man einen Arzt aufsuchen.