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Ungesunder Schlaf – dieser Arzt hilft!

Zahnarzt, HNO-Arzt oder Schlafmediziner – welcher Arzt ist der richtige, wenn die Nachtruhe bzw. der Schlaf gestört ist oder beim Schnarchen? Wer hilft wirklich passend? Treten Schlafstörungen wie unruhiger Schlaf, Atemaussetzer oder Schnarchen auf, dann soll man sich medizinisch beraten lassen.

Aus medizinischer Sicht ist das Schnarchen nicht behandlungsbedürftig. Schränkt es allerdings die Lebensqualität ein oder stört den Partner und das Umfeld, dann sollte man was dagegen unternehmen, sich untersuchen lassen und Behandlungsmethoden nach Aufwand und Risiko abwägen und ausführen. Wichtig für einen selbst ist vor allem die Gefahr bei Schlafapnoe medizinisch abzuklären und zu untersuchen, denn hier könnte es gefährlich werden.

Die Möglichkeiten der medizinischen Abklärung sind folgende:

Der Hausarzt – erster Arzt bei Schlafprobleme

Erste Anlaufstelle ist im Normalfall der Hausarzt . Er kennt seine Patienten am besten und erkennt eventuell unkompliziert eine Richtung bzw. Ursache der Schlafstörung. Vorkrankheiten oder z.B. Allergien sind hier bekannt und somit werden solche Informationen in den möglichen Behandlungsmethoden mitberücksichtigt.

Zum Zahnarzt – bei Schlafstörungen durch Zähneknirschen oder Schnarchen

Wird die Ursache der Schlafstörungen eindeutig dem Mund-Rachen-Raum zugeorndet, wie z.B. durch eine Kiefer- oder Zahnfehlstellung, dann hilft der Zahnarzt effektiv mit der Anfertigung einer individuellen Zahnschiene gegen Schnarchen oder Zähneknirschen. Dafür muss er den Zahnstatus, das Zahnfleisch mit dem Kieferknochen, das Kiefergelenk und das Gewicht des Patienten kennen und berücksichtigen. Mit einer solchen Schiene wird das Schnarchen und Zähneknirschen durch die veränderte Kieferposition bzw. durch den Zahnschutz einfach beseitigt.

Der HNO-Spezialist – der Arzt bei Schlafstörungen durch Schnarchen

Am häufigsten klagen Personen über Schlafstörungen durch Schnarchen und gehen direkt zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dieser analysiert die Krankengeschichte, stellt gezielt Fragen (auch an den Partner) zu den Schlafgewohnheiten, untersucht den Hals-Nasen-Ohren-Bereich, prüft Veränderungen der Atmung, Auffälligkeiten im Rachenbereich, untersucht Kehlkopf, Luftröhre und Nasennebenhöhlen. Eine ambulante Schlafaufzeichnung wird bei Bedarf miteinbezogen. Je nach Diagnose erfährt der Patient anschließend eine konservative Behandlung (z.B. Atemmaske/CPAP-Maske bei Schlafapnoe) oder einen operativen Eingriff (Gaumen-Straffung, Zungen- oder Nasen-OP, Luftröhrenschnitt etc.).

Schlafmediziner und Schlaflabor – das Zentrum für ungeklärte Probleme im Schlaf und der richtige Arzt dazu

Schlafmediziner bzw. Schlaflabore sind oft ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik in der Schnarch-Therapie und werden oft von den Fachärzten hinzugezogen. Das Schlafverhalten und die Schlafqualität des Patienten muss hier genau erfasst und analysiert werden. In solchen schlafmedizinischen Behandlungszentren ist der Schnarchende ein bis zwei Nächte unter medizinischer Beobachtung. Während des Schlafs wird eine Polysomnografie erstellt, d.h. es wird Gehirnaktivität, Herzschlag und Atemfunktionen, Blutdruck und Sauerstoffgehalt im Blut gemessen. Im Schlafprotokoll sind die einzelnen Schlafphasen und deren Qualität ersichtlich. Ebenso werden hier Atemstillstände festgestellt. Mit diesen Aufzeichnungen und Analysen wird schließlich die geeignete Therapie des Schnarch-Patienten festgelegt.

Pneumologe/Lungenfacharzt – der Arzt bei Atemaussetzer im Schlaf

Für eine genauere Untersuchung der Atemwege braucht es einen Termin beim Pneumologen bzw. Lungenfacharzt, der oft auch ein Schlaflabor besitzt oder Schlafapnoe behandelt. Hier werden z.B. auch Asthma oder Allergien als Ursache des Schnarchens festgestellt und entsprechende Therapien eingeleitet. Auch eine Raucherentwöhnung, die oft das Schnarchen verringert, kann vom Pneumologen empfohlen und begleitet werden.

Der Kardiologe – er entdeckt meist Schlafstörungen

Eine Schlafapnoe oder Schnarch-Diagnostik kann auch vom Kardiologen festgestellt bzw. erstellt werden. Ist man z.B. wegen der Abklärung von Bluthochdruck, Rhythmusstörungen oder koronarer Herzerkrankung in der Praxis gelandet, können hier eventuell Schlafstörungen bzw. Atemaussetzer mit einer Sauerstoffunterversorgung als Ursache ausfindig gemacht werden. Hier gilt es ebenfalls eine Therapie einzuleiten.

Interdisziplinäre Diagnostik

Beim Thema Ursache- und Lösungsfindung bei Schnarchproblemen ist manchmal eine interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Untersuchung und Therapie der betroffenen Patienten unabdingbar. HNO-Ärzte oder Schlafmediziner allein ziehen z.B. eine fachzahnärztliche Behandlungsmöglichkeit mit einer Schiene nicht in Betracht und bieten z.B. vorschnell eine operative Behandlung an, die bei manchen gar nicht notwendig wäre. Deswegen macht es Sinn, falls man sich etwa nach einer Schnarch-Beratung nicht sicher ist, auch eine zusätzliche medizinische Fachrichtung hinzuzuziehen, um ein Gesamtbild zu bekommen. Seltener gibt es schlafmedizinische Zentren, die interdisziplinär zum Thema Schnarchen arbeiten. Da wird die Ursache des Schnarchens aus allen Perspektiven betrachtet und behandelt.

Sonstige Hilfen – gesunder Schlaf ohne Arzt

Alternativen zur Schulmedizin werden immer beliebter, d.h., dass auch hier Möglichkeiten außerhalb der ärztlichen Praxen geboten werden.

Heilpraktiker und Alternativmediziner

Das Schnarchen wird auch durch verstopfte Atemwege oder durch Verdauungsprobleme hervorgerufen. Die Therapieform der Heilpraktiker wirkt z.B. durch eine gezielte Ernährungsumstellung, Heilfasten oder eine Darmsanierung auf die Schleimhäute des Nasen-Rachenraums so ein, dass diese abschwellen und die Atemwege freigeben. Dadurch wird das Schnarchen therapiert. Auch homöopathische Präparate wirken lindernd gegen das Schnarchen.

TCM

Akupressur oder Akupunktur sind Methoden der traditionellen chinesischen Medizin und können sehr wirksam bei Schlafstörungen oder gegen Schnarchen sein. Auch hier werden bestimmte Energiepunkte am Körper mit Druck oder Nadel behandelt, so dass z.B. der Nasen-Rachen-Raum frei wird und eine bessere Atmung erzielt wird.

Hypnose

Ist Übergewicht die Schnarch-Ursache, dann helfen auch qualifizierte Hypnosetherapeuten beim Abnehmen. Auch bei Allergien sowie chronischer Nasennebenhöhlenentzündung ist eine Hypnose-Behandlung effizient.

Ob HNO-Spezialist, Schlafmediziner oder Heilpraktiker – zu allererst soll die Ursache des Schnarchens oder der Schlafprobleme abgeklärt werden. Liegt ein Schlafapnoe-Syndrom vor, braucht es dringend eine Behandlung. Ist dies abgeklärt und kann ausgeschlossen werden, so steht es einem frei, die jeweils passende und für sich effizienteste Methode in Erwägung zu ziehen und durchzuführen. Denn mit dem richtigen Arzt erreicht man schnellstmöglich den gesunden Schlaf wieder.

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