Tipps gegen Schnarchen 2018-04-12T13:24:05+00:00

Tipps gegen Schnarchen: Das hilft wirklich

Schnarchen für sich ist noch keine Erkrankung, wohingegen häufig eine Lärmbelästigung für den Bettpartner. Riskant wird es in der Tat, wenn Unregelmäßigkeiten beim Atmen oder wiederholt Atemstillstände entstehen, die länger als 10 Sekunden dauern, wobei der Sauerstoffgehalt des Blutes abfällt (Hypoxämie).

Schnarcher rauben nach britischen Forschern der Lung Foundation ihren Bettnachbarin im Schnitt 1,5 Stunden Schlaf jede Nacht. Das macht insgesamt 23 Tage pro Jahr. Schnarchen kann sich damit zu einem echten Beziehungskiller entfalten, denn bereits jede dritte Frau sucht oft das Weite, wenn der Mann kaum im Bett, mal wieder so richtig los legt. Schnarchen ist oft auch Anstoß für sexuelle Probleme, denn der Geschlechtstrieb und Erektionsfähigkeit können beeinträchtigt werden. Laut einer im Journal of Sexual Health veröffentlichten Untersuchung sind bei 69 % der Männer, die unter Schlafapnoe leiden, durch regelmäßige nächtliche Unterversorgung mit Sauerstoff auch Erektionsstörungen aufgetreten.

Durch gestörte Traum- und Tiefschlafphasen hingegen wird der Schlafzyklus dermaßen behindert, dass Schlafstörungen mit weitreichenden Auswirkungen die Folge sind. Ständige Erschöpfung, leichte Erregbarkeit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und Schwindelattacken sind nur einige der denkbaren Folgen.

Doch was tun, wenn man Nacht für Nacht mit einer Geräuschkulisse von 90-95 Dezibel konfrontiert sind? Das entspricht jedenfalls des Geräuschpegel eines Presslufthammers oder einer Kettensäge. Getrennte Schlafzimmer können zwar eine echte Beziehungskrise vermeiden, die Ursachen für das Schnarchverhalten sollten aber losgelöst davon jedenfalls abgeklärt werden, da Schnarchen auch Ausdruck einer schwerwiegenden behandlungsbedürftigen Krankheit sein kann.

Wenn ernsthafte Erkrankungen ärztlich als Auslöser ausgeschlossen wurden, können schon ein paar wenige Tipps helfen, den Schnarchumfang deutlich zu reduzieren:

Der Grund für die störenden Schlafgeräusche, die auch weitreichende gesundheitliche Folgen haben können, sind laut dem Experten Dr. Sepp Fegerl nicht selten einfache Verdauungsprobleme. Fegerl ist ärztlicher Leiter im Gesundheitszentrum Vollererhof in Puch bei Salzburg und weiß aus Erfahrung: Sobald der Darm nicht richtig arbeitet, führt das zu einer Fehlverdauung mit Fermentationsprozessen, die eine Erschlaffung der Rachenmuskulatur zur Folge haben. Darauf ist beispielsweise auch das verstärkte Schnarchen nach einem Alkoholkonsum zurückzuführen.

Eine sehr eine und überaus wirksame Methode ist die Verwendung eines Akupressur-Rings. Der Akupressur-Ring wir am kleinen Finger angesteckt. Er drückt durch seine beiden Aktivatoren auf zwei Akupressurpunkte, die bis in die Nasen- und Rachenregion verlaufen. Das Prinzip ist simpel und seit über 2500 Jahren in der chinesischen Medizin bewährt.

Wenn das Schnarchen doch nur daher kommt, dass die Nasenflügel verengt sind, vermögen auch einfache Nasenpflaster, gute Dienste leisten. Das wird ganz unmittelbar vor dem Schlafen gehen auf die Nase geklebt. Als Folge werden die Nasenflügel leicht geweitet womit ein ausreichender Sauerstoffaustausch gewährleistet ist. Solche Pflaster sind in der Apotheke verfügbar.

Wenn diese Maßnahmen nicht weiterhelfen können mechanische Antischnarch-Apparate zur Anwendung kommen. Anti-Schnarch-Spangen versuchen das Übel an der Quelle zu packen: Die oberen Atemwege bestehen aus einem Schlauch mit vielen Muskeln. Im Schlaf erschlaffen sie zum Teil, der Schlauch fällt an diesen Punkten etwas in sich zusammen und wird durch den Atemstrom in Vibrationen versetzt. Da es bislang noch kein Mittel gibt, die Muskulatur gezielt zu stärken, wird emsig an unterstützenden Apparturen geforscht.

Da Schnarchgeräusche durch Schwingen der erschlafften Rachen-Weichteile während des Schlafes auftreten, ist die mechanische Schienung der Weichteile in den oberen Atemwegen und/oder im Zungenbereich eine logische Konsequenz, um die Geräusche zu minimieren. Individuell angepasste Gaumenspangen sollen wirkungsvoll und kaum spürbar diese Obstruktion, sprich die gesundheitsgefährdende Verengung verhindern.

Zu Beginn jeder Schnarcher-Karriere ist das auf dem Rücken Liegen wahrhaftig ausschlaggebend. Die Gravitation reicht aus, dass Zunge und Gaumensegel in den Hals zurückfallen und die Vibrationen entstehen. Was auch immer, was den Schnarcher daran hindert, sich auf den Rücken zu drehen, sollte also helfen egal wie unbequem es sein mag. Von Kissen über Rucksäcke bis hin zu T-Shirts mit eingenähter Füllung gibt es alles Mögliche, was sich Schnarcher auf den Rücken schnallen können. Neuester Trend: Schlafpositionstrainer, beispielsweise als App auf dem Mobiltelefon. Das eigene Handy überwacht alle Bewegungen im Schlaf die Technologie dafür steckt in den heutigen Modellen bereits drin. Dreht sich der Schnarcher auf den Rücken, reagiert das Smartphone auf Anhieb mit Vibrationsalarm. Ärgerlich, aber effektiv, wie erste Studien aus den Holland belegen. Doch es gibt ein Problem: nur beginnende Schnarcher sägen einzig auf dem Rücken, später ist der Atemweg oft schon so angegriffen, dass auch in anderen Positionen das Schnarchen losgeht. Rückenlagevermeidungssysteme sind also nur für leichte Schnarcher und Schnarch-Anfänger geeignet.

Auch eine Alternative ist das Tragen einer Atemmaske. Wer die Atemmaske nicht verträgt, für den bleibt oft nur ein operativer Eingriff. Er wird allgemein eher nicht bei reinen Schnarchern vorgenommen. Neben OPs, bei denen das Gaumenzäpfchen verkleinert wird oder Stents, die den Weichgaumen wieder stabilisieren sollen, ist auch der Zungenschrittmacher eine Lösung: Ein Drucksensor zwischen den Rippen erfasst jeden Atemzug. Er ist mit einem Schrittmacher unterm Klavikula gekoppelt, von dem eine Sonde bis hoch unters Kinn führt. Dort wo die Zungenmuskulatur anfängt, sitzt die winzige Elektrode, die die Zunge stimuliert. Immer kurz vorm nächsten Einatmen kommt der Impuls. So fällt die Zunge nicht mehr in den Hals zurück und blockiert den Atemweg, sondern hebt sich zyklisch. Der Atemweg bleibt frei. Atempausen lassen sich so um circa 80 Prozent verringern. Doch mit knapp viereinhalb Jahren Praxis am Uniklinikum Mannheim ist die Methode noch zu neu, um Genaueres zu sagen über eventuelle Langzeitfolgen der ständigen Nervenreizung im Schlaf.

Zum Schluss eine gute Nachricht: Schnarcher vermögen auch selbst etwas tun, auch wenn es eher schwerfallen dürfte: Abnehmen ist die erste ratsame Handlung, denn Übergewicht ist Schnarchfaktor Nummer eins. Abzunehmen kann aber auch dünnen Schnarchern helfen denn es geht um das Fett, das sich im Körperinneren, genauer im Rachen und Halsbereich anlagert. Ansonsten verstärkt Alkohol am Abend das Schnarchen. Also auch hier: Finger weg! Auch wer wiederholend seinen Zungenboden und seine Gaumenmuskulatur trainiert, ist ebenfalls weniger anfällig fürs Schnarchen. Wie man das macht? Mit Didgerdioospielen oder Singen! Eine britische Vergleichsstudie entdeckte unter Chorsängern deutlich weniger Schnarcher als bei der nicht singenden Vergleichsgruppe. Es gibt also noch Hoffnung für Deutschlands Schnarcher.

Warum begünstigt eine verstopfte Nase das Schnarchen? Stellen Sie sich das Problem figürlich vor: Ihre Lunge ist ein Staubsauger, die Atemwege sind der Staubsaugerschlauch und Ihre Nase ist die Saugdüse. Wenn die Düse (Nase) verstopft ist, bildet sich im Schlauch (Atemwege) ein starker Unterdruck, weil der Staubsauger (Lunge) weiterhin Luft ansaugt. Der Staubsaugerschlauch kann sich zusammenziehen und es kommt zu Luftverwirbelungen und zu lustigen Geräuschen. Wenn Ihre Nase verstopft ist, passiert in Ihren Atemwegen genau das gleiche! Sie ziehen sich zusammen und es bilden sich Luftverwirbelungen, die das Gewebe im Rachenraum in Vibrationen versetzen und zu Schnarchgeräuschen führen.

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