Warum schnarchen wir? Die Antwort bringt die Evolution

Schnarchen ist wirklich kein angenehmes Geräusch – vor allem, wenn der Partner so laut ist, dass man selbst nicht schlafen kann.

Aber warum schnarcht man überhaupt und wie ist das zu erklären?

Wir können von Glück reden, dass unsere Muskulatur im Rachen und im Gaumen sehr weich ist. Dadurch war die ausdifferenzierte Entfaltung unserer Sprache erst möglich. Doch liegen auch hier die Ursachen für das gehasste Schnarchen: Wenn die Muskulatur im Halsbereich zu weich ist, fängt das sogenannte Gaumensegel in der Atemluft an zu flattern und es beginnen die typischen Schnarch-Geräusche.

Die Schlafforschung hat herausgefunden, dass die Evolution des Menschen hierfür die Erklärung liefert: In der Steinzeit machten diese Geräusche im Schlaf absolut Sinn, denn während der Schnarcher schlief, hielt er mit seinem Lärm und mit seiner Schnarchlautstärke wirkungsvoll die wilden Tiere bzw. die Feinde fern. Somit war zumindest damals das Schnarchen sehr nützlich und sicherte der gesamten Sippe vielleicht sogar das Leben.

Das Schnarchen diente somit der Raubtierabwehr!

In der früheren Menschheitsgeschichte waren also die Artgenossen, die in der Nacht laut schnarchten, den anderen weit überlegen!

Dank ihrer Lautstärke und der aggressiv klingenden Töne haben sie Raubtiere ferngehalten und ihre Familie gerettet.

Der Ehepartner ist kein Raubtier!

Doch dieser Sinn des Schnarchens kann uns heute nicht mehr trösten – vor allem, wenn das Schnarchen kein Raubtier, sondern den eigenen Partner aus dem Bett vertreibt.

Ein leises Schnarchen, auch habituelles Schnarchen genannt, kommt bei dem Großteil der Menschen gelegentlich vor und erreicht nur eine Lautstärke von etwas 20 Dezibel, so laut wie das leise Surren einer Heizung. Mit dieser leisen Form des Schnarchens können fast alle gut leben.

Eine echte Qual dagegen ist das obstruktive Schnarchen: 30 % der Erwachsenen leider darunter und schnarchen fast jede Nacht mit einer deutlich höheren Lautstärke von bis zu 50 Dezibel. Der Weltrekord im Schnarchen liegt sogar bei über 90 Dezibel analog zu einem Presslufthammer.

Besonders Männer über 50 Jahren neigen zum obstruktiven Schnarchen. Hier sind 80 % davon betroffen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Gewebe im Hals mit zunehmenden Alter weicher wird und auch das Fehlen von weiblichen Hormonen das Schnarchen begünstigt. Wenn Gaumen und Zäpfchen durch die körperliche Lockerung in der Nacht zu flattern beginnen und das Schnarch-Konzert regelmäßig seinen Lauf nimmt, leidet die Lebensqualität. Selbst wenn der Schnarcher selbst durch sein Schnarchen nicht bewusst wach wird, ist er am nächsten Morgen nicht ausgeruht und leicht reizbar. Sein Bewusstsein bleibt während der Nacht womöglich im Schlaf, jedoch wird der Körper immer wieder von Atemblockaden aufgeweckt eine wahre Tortur.

Vergleiche hier die Schnarch-Skala

Fazit: Das Schnarchen muss aufhören – eine Lösung muss gefunden werden!

Mit der Entwicklung des Menschen tun sich auch immer mehr Möglichkeiten auf, um Schnarchprobleme zu beseitigen. Man braucht und muss mit diesen nächtlichen Geräuschen nicht mehr leben – weder als Schnarchender, noch als Partner, sondern kann nach Lösungen suchen und sich auf den Weg begeben.

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Datum des Beitrags: 18.03.2019

Datum der Überarbeitung: