Hilfe Schnarch OP

Schnarchen – Hilfe durch den chirurgischen Eingriff

Hilfsmittel gegen Schnarchen, Training der Rachen- und Gaumenmuskulatur oder sogar die Umstellung von Lebensgewohnheiten – alles schon erfolglos ausprobiert?

Dann muss ärztlicher Rat her!

Sind die Schnarchprobleme so komplex oder werden sie durch anatomische Gegebenheiten verursacht, so kann eventuell nur eine Operation die sinnvolle Alternative gegen Schnarchen sein. Denn liegt zum Beispiel eine starke Nasenscheidewandverkrümmung vor, die wiederum die Ursache des Schnarchens ist, lässt sich diese nur durch einen chirurgischen Eingriff begradigen und somit die Atemwege wieder freilegen.
Nichtsdestotrotz sollte man vorab alle Gefahren und Risiken abwägen. Die Narkose und die OP müssen gut überlegt sein, denn diese sind womöglich mit negativen Folgen verbunden oder es kann womöglich der versprochene Erfolg ausbleiben. Deswegen gilt, erst die harmlosen Alternativen der Reihe nach in Betracht zu ziehen und nur nach dem Ausbleib des versprochenen Erfolgs eine OP in Betracht zu ziehen.

Schnarch OP – Welche Operationsmethoden gibt es und was bringen sie?

Geeignete Therapiemöglichkeiten gegen Schnarchen sind operative, oft minimal-invasive Eingriffe, die bei ungünstigen anatomischen Verhältnissen viel bewirken können. Leider liegen von solchen chirurgischen Eingriffen wenig Langzeitergebnisse vor. Bekannt ist allerdings, dass mit zunehmendem BMI (Body-Mass-Index) die Wirksamkeit des Eingriffs abnimmt.
Die häufigsten Operationen werden am weichen Gaumen durchgeführt, z. B. die Gaumensegelstraffung und Gaumenzäpfchenumformung („Uvulopalatopharyngoplastik“ = UPPP) oder eine Mandelentfernung („Tonsillektomie“). Zur Reduzierung des Weichteilüberschusses werden laser-chirurgische (LAUP) oder elektrochirurgische Verfahren (Radiofrequenzchirurgie) sowie Weichgaumenimplantate bei Schnarchern angewandt.
Komplizierte chirurgische Verfahren, wie z.B. ein Luftröhrenschnitt sind sehr seltene Verfahren, die nur im Extremfall Anwendung finden.
Eine Übersicht der gängigen Methoden soll hier eine Vorabinformation geben. Letztendlich sind die Operationen als Hilfe gegen Schnarchen sehr individuelle Entscheidungen und Eingriffe Die Verfahrensauswahl und hängen vom anatomischen, sehr individuellen Befund ab.

Folgende chirurgische Methoden bieten Hilfe gegen Schnarchen:

Die operativen Methoden als Hilfe gegen Schnarchen richten sich nach den Auslösern. Hier erklären wir kurz das Vorgehen und das Ergebnis.

Die Nasenoperation

Zahlreiche anatomische Gegebenheiten in der Nase beeinflussen die Nasenatmung bzw. lösen das Schnarchen aus: Eine Verkrümmung der Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuscheln, Wucherungen in der Nase oder Polypen zählen zu diesen Auslösern.
Hilfe gegen Schnarchen bietet hier der HNO-Arzt mit routinierten OPs. Solche Eingriffe verbessern spürbar mit vergleichsweise geringem Aufwand und Risiko die Nasenatmung und leisten somit schnell Hilfe gegen Schnarchen.

Vorgehen bei der Nasenscheidewandverkrümmung: Die Nasenscheidewand bzw. der Knochen und Knorpel werden getrennt, neu ausgerichtet oder Teile davon entfernt.

Vorgehen bei der Verkleinerung der Nasenmuschel, Entfernung von Wucherungen in der Nase oder von Polypen: Mittels Radiofrequenz- oder Laser-Therapie (siehe unten) bzw. auch durch die chirurgische Kappung kann das Volumen von vergrößerten Nasenmuscheln und der Gaumenmandeln reduziert werde. Nasenpolypen werden ebenso behandelt.

Ergebnis gesamt: Sind die Atemwege freigelegt, so kann die Nasenatmung unkompliziert und schnarchfrei funktionieren. Die Veränderung spürt man meistens deutlich.

Die Gaumenstraffung

– mit Radiofrequenz-Therapie (RFITT)

Schlaffes Gewebe im Rachenraum ist ebenfalls oft die Ursache der Schnarchgeräusche. Mit einem schonenden thermischen Verfahren mittels Radiowellen kann dieses wieder gestrafft werden.

Vorgehen: Das schlaffe Gewebe wird durch radiofrequenten Strom mit Elektroden sanft erwärmt. Dadurch verändert sich die Gewebestruktur, verödet, wird sukzessive abgebaut und vernarbt. Somit schrumpft es und strafft sich letztendlich. Folglich wird es während der nächtlichen Atmung nicht mehr vibrieren oder flattern.

Ergebnis: Dieses schonende Verfahren zeigt erfolgreich Wirkung ohne das Gewebe schwer zu beschädigen – eine echte Hilfe gegen das harmlose habituelle Schnarchen.
Dieses Verfahren ist ambulant unter örtlicher Betäubung in einer HNO-Praxis oder auch in einer Klinik durchführbar.

– mit Laser-Therapie

Das Gaumengeweben kann hier auch mittels Lasertherapie gestrafft werden.

Vorgehen: Hierbei wird mit dem hoch energetischen Lichtstrahl das schlaffe, überflüssige Gewebe weggeschnitten.

Ergebnis: Durch die Gaumenstraffung wird die Vibration bzw. das Schnarchgeräusch beim Atmen abgestellt und so zur sinnvollen Hilfe gegen Schnarchen.

Der Einsatz eines Gaumen- / Weichgaumenimplantats

Hilfe bei Schnarchen durch weichem Gaumengewebe kann auch ein Gaumenimplantat aus Kunststoff bieten.

Vorgehen: Um das weiche Gewebe zu stabilisieren bzw. zu stärken, wird ein Implantat eingesetzt, welches den Gaumen härter macht. Der Eingriff wird unter Lokalanästhesie mit einem speziellen Applikator ambulant durchgeführt.

Ergebnis: Der somit verstärkte Gaumen vibriert nicht mehr beim Ein- und Ausatmen.

Die Gaumensegeloperation oder Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik (UPPP)

Bei starken Schnarchern, deren Schnarchursache ein komplexer Zusammenhang zwischen Gaumenmuskulatur, Gaumensegel und Zäpfchen vorliegt, wird dieser Eingriff empfohlen.

Vorgehen: Bei diesem chirurgischen Verfahren erfolgt ebenfalls eine Straffung der zu weichen Gaumenmuskulatur, eine Kürzung des Gaumensegels und -zäpfchens und eventuell auch die Entfernung der vergrößerten Mandeln.

Ergebnis: Dieser etwas komplexere Eingriff findet meistens unter Vollnarkose statt, zeigt aber deutlich positive Erfolge als operative Hilfe bei Schnarchen.

Die Zungenoperation

In seltenen Fällen liegt das Schnarchen an der Anatomie der Zunge und diese muss chirurgisch korrigiert werden.

Vorgehen: Mittels Laser wird ein Stück vom hinteren Teil der Zunge entfernt.

Ergebnis: Mit Hilfe dieser so genannten Glossektomie vergrößert sich der Raum hinter der Zunge und die Atmung wird im unteren Rachen erleichtert.

Der Zungenschrittmacher

Mit dem Zungenschrittmacher soll das Verhalten der Zunge im Schlaf dem natürlichen Atemrhythmus angepasst werden.

Vorgehen: Ein eingebauter Drucksensor zwischen den Rippen erfasst jeden Atemzug. Er ist mit einem Schrittmacher unter der Klavikula gekoppelt, von dem eine Sonde bis hoch unters Kinn führt. Dort wo die Zungenmuskulatur anfängt, sitzt die winzige Elektrode, die die Zunge stimuliert. Immer kurz vorm nächsten Einatmen kommt der Impuls.

Ergebnis: Durch den Zungenschrittmacher fällt die Zunge nicht mehr in den Hals zurück und blockiert den Atemweg, sondern hebt sich zyklisch. Der Atemweg bleibt frei. Atempausen lassen sich so um circa 80 Prozent verringern.

Doch mit nur ein paar Jahren Praxis am Uniklinikum Mannheim ist die Methode noch zu neu, um Genaueres über eventuelle Langzeitfolgen der ständigen Nervenreizung im Schlaf zu sagen.

Die chirurgische Vorverlagerung des Kiefers – Umstellungsosteotomie

Mit der Umstellungsosteotomie ist die Vorverlagerung des Unterkiefers gemeint. Als Folge dieser OP wird auch die Zunge vorverlagert und führt somit zur Vergrößerung des Abstandes zwischen Zungengrund und Rachenhinterwand. Der Atemkanal vergrößert sich.

Vorgehen: Hierbei wird der Kieferknochen chirurgisch durchtrennt und Ober- und Unterkiefer nach vorne verlagert.

Ergebnis: Dieser chirurgische Eingriff weitet den Raum der Atemwege und erhöht somit die Durchlässigkeit des Luftstroms.

Dieser Eingriff zeigt gute Erfolge und empfiehlt sich bei einem zu kleinen oder zu weit hinten liegenden Unterkiefer.

Die Stabilisierung oder Verkleinerung des Kehldeckels

Das Schnarchen kann auch durch einen zu großen oder zu weichen Kehldeckel entstehen. Dieser flattert nämlich im Luftstrom.

Vorgehen: Der Kehldeckel bzw. die Epiglottis wird operativ verkleinert und deren Ränder anschließend vernäht.

Ergebnis: Ist die Flatterursache entfernt, so bleiben auch die Schnarchgeräusche weg.

Der Luftröhrenschnitt

In schweren Fällen von Schlafapnoe wird dies die letzte Lösung sein. Hat man bereits alle anderen Maßnahmen erfolgslos ausprobiert, so greift man in Extremfällen zu dieser chirurgischen Methode.

Vorgehen: Mit einem Schnitt wird die Luftröhre geöffnet und eine Trachealkanüle eingesetzt. Ist der Schlafapnoe-Patient wach, so bleibt diese verschlossen, damit er sprechen und über die oberen Atemwege atmen kann. Sobald der Patient schlafen möchte, wird der Verschluss des kleinen Schlauchs geöffnet.

Ergebnis: Durch die Öffnung der Kanüle in der Luftröhre kann der eingeatmete Luftstrom die Blockaden der oberen Atemwege überwinden und direkt in die Lunge geraten.

Diese Bypass-Methode wirkt zwar erfolgreich gegen Schlafapnoe, allerdings ist dadurch die Lebensqualität des Patienten stark beeinträchtigt.

Diese chirurgischen Eingriffe sind mögliche Behandlungsmethoden, die als letzte Hilfe gegen Schnarchen in Betracht gezogen werden können. Denn, sind die Verengungen der Atemwege beseitigt oder erschlafftes Gewebe gestrafft, da kann der Luftstrom regulär zirkulieren ohne Geräusche zu erzeugen.
Mit schonenden OP-Techniken werden heutzutage Verwachsungen oder Korrekturen im Nasen-Rachen-Raum unkompliziert vollzogen. Diese werden auch häufig ambulant durchgeführt. Lassen Sie sich diesbezüglich ausführlich von einem Facharzt beraten.

Empfohlen wird trotzdem, vorab alle anderen Möglichkeiten und Hilfsmittel gegen Schnarchen auszuprobieren, um solche Eingriffe zu vermeiden.