Das Wissen um die Akupressur stammt aus Asien bzw. China. Die Akupressur ist ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und eine der ältesten medizinischen Heilverfahren der Welt. Die ersten umfassenden schriftlichen Überlieferungen gehen auf das Jahr 2600 v. Chr. zurück und beinhalten die Gespräche des legendären Gelben Kaisers mit seinen Leibärzten über die Ursache und Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten.

Seit dem späten 19. Jahrhundert findet die Traditionelle Chinesische Medizin auch in Europa Anwendung.

Was bedeutet das?

Aku- kommt aus dem Lateinischen „acus“ und heißt Nadel und

-pressur kommt von „premere“ und bedeutet drücken.

Der Begriff „Akupressur“ erläutert somit bereits das Verfahren:

An definierten Punkten des Körpers wird stumpfer Druck mit z.B. Daumen, Handballen, Ellbogen, Knie, Fuß oder technischen Hilfsmitteln ausgeübt.

Diese Heilmethode wird prophylaktisch und therapeutisch bei zahlreichen Schmerzen bzw. Krankheiten angewandt.

Wann hilft Akupressur?

Anwendungsgebiete

Mit der Methode der Akupressur sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden. Eine vorsorgliche Anwendung wird dabei empfohlen.

Die Technik der Akupressur wird bei zahlreichen Krankheiten und Beschwerden eingesetzt, sowohl bei psychischen aber auch bei körperlichen Leiden. Sie hilft bei:

  • akuten und chronischen Schmerzen,
  • Allergien,
  • Missempfindungen,
  • Problemen mit dem Kreislaufsystem,
  • psychischen Problemen,
  • Schlafstörungen und Schnarchen,
  • Verdauungsstörungen
  • und vielem mehr.

Wie funktioniert Akupressur?

Kern der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist die Vorstellung, dass die Lebensenergie Qi im Körper in Meridianen zirkuliert, die den gesamten menschlichen Körper durchziehen. Die insgesamt 14 Meridiane bilden einen Kreislauf, der innerhalb von 24 Stunden einmal von der Lebensenergie Qi durchflossen wird. Aufgereiht auf den Meridianen wie Perlen auf einer Schnur findet man die Akupunktur- oder Akupressurpunkte. An den Akupressurpunkten sind die Meridiane mit der Körperoberfläche verbunden. Durch die Einwirkung von außen kann die Energie hier bewegt werden.

Ein Meridian besitzt entweder Yin- oder Yang-Qualität. Nach der TCM-Vorstellung ist der Mensch in den Energiekreislauf von Himmel (Yang) und Erde (Yin) eingebunden. Ihre Namen haben die Meridiane von den inneren Organen, wie sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin beschrieben sind. Ein Meridian bildet mit seinem zugehörigen Organ und der zugeordneten Wandlungsphase den so genannten Funktionskreis im engeren Sinne.

Jeweils ein Yin- und ein Yang-Meridian sind miteinander verbunden oder gekoppelt, sodass sich eine Störung des einen Meridians auch auf den gekoppelten auswirkt. Oft spricht man hier auch von einem Funktionskreis.

4 Meridiane (Yin – Yang – Yang – Yin) bilden jeweils einen so genannten „Umlauf“. Drei solcher Umläufe gibt es pro Körperhälfte. Einen vorderen, einen seitlichen und einen hinteren Umlauf. Im Laufe eines Tages durchfließt das Qi also alle Meridiane einmal, angefangen vom Lungen-Meridian bis zum Nieren-Meridian. Daraus leiten sich für jeden Meridian Maximalzeiten ab, in der er von der Lebensenergie durchflossen wird. Die Kenntnis dieser Maximalzeiten ist auch für die Beurteilung von Krankheitszeichen von Bedeutung: So treten Herzbeschwerden vermehrt zur „Zeit des Herzen“, das heißt zwischen 11 und 13 Uhr auf, Gallenkoliken dagegen bevorzugt nachts zwischen 23 und 1 Uhr. Neben den zwölf Haupt-Meridianen gibt es noch zwei Sonder-Meridiane, das Konzeptions- und das Lenkergefäß. Diese verlaufen auf der Körpervorderseite bzw. der -rückseite in der Mittellinie und stellen übergeordnete Meridiane mit direktem Bezug zu Yin und Yang dar.

Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster

Die Meridiane und ihre Zuständigkeiten

Der Lungen-Meridian

Der Lungen-Meridian ist eine Yin-Leitbahn. In seinem Verlauf befinden sich elf Punkte, an denen der Meridian mit der Körperoberfläche verbunden ist. Er beginnt am oberen, vorderen Brustkorb im ersten Zwischenrippenraum mit dem Punkt Lunge 1 und zieht weiter über den vorderen Bereich der Oberarminnenseite, über die Ellenbeugen, über den daumenseitigen Anteil der Unterarminnenseite und über den Daumenballen zum Daumennagel. Er endet am den Zeigefinger gegenüberliegenden Nagelfalzwinkel des Daumens. Dort liegt der Punkt Lunge 11. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Husten, Asthma, Halsschmerzen, Erkältung.

Der Dickdarm-Meridian

Der Dickdarm-Meridian ist eine Yang-Leitbahn. In seinem Verlauf befinden sich 20 Punkte. Der Meridian beginnt am daumenseitigen Nagelfalzwinkel des Zeigefingers mit dem Punkt Dickdarm 1 und verläuft an den Zeigefingern entlang, über die Hände und die Handgelenke an der Außenseite der Arme hin zur Ellenborgenaußenseite. Weiter zeiht er vorn außen am Oberarm bis zu den Schultern. Vor dort aus verläuft  der Dickdarm-Meridian seitlich am Hals entlang zum Mundwinkel. Hier kreuzt er schließlich oberhalb der Oberlippe zur Gegenseite. Dort liegen die beiden Endpunkte Dickdarm 20 in den Falten neben den beiden Nasenflügeln. Im Sinne einer Yin-Yang-Paarung ist der Dickdarm-Meridian mit dem Lungen-Meridian verbunden, so dass auch er zur Wandlungsphase Metall gehört. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: Wirkt entzündungshemmend und bei Fieber wenn die Symptome am Kopf und im Hals auftreten; lindert Kopfschmerzen an der Vorderseite des Kopfes; bei Verdauungsprobleme. Hinweis: Nicht während der Schwangerschaft anwenden!

Der Magen-Meridian

Der Magen-Meridian ist das „Yang im Yin“, der einzige Yang-Meridian, der durch den Yin-Bereich der Körpervorderseite verläuft. In der Mitte des unteren Randes der Augenhöhle liegt der Punkt Magen 1. Vor dort aus verläuft der Meridian senkrecht abwärts, am Mundwinkel vorbei zum Kieferwinkel. Anschließend schickt er, an der Ohrmuschel vorbeigeführend, ein Ast wieder hinauf zu den „Geheimratsecken“. Im Hauptverlauf zieht der Meridian vom Unterkiefer zur oberen Schlüsselbeingrube und von dort aus gerade nach unten zur Brust. Er verläuft weiter am mittleren Rand der geraden Bauchmuskeln entlang zur Leiste. Über den Ober- und Unterschenkel und den Fußrücken zieht er zur zweiten Zehe. Der Endpunkt liegt am äußeren Nagelfalzwinkel der zweiten Zehe. Im Sinne einer Yang-Yin-Paarung ist der Magen-Meridian mit dem Milz-Meridian verbunden. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei Erschöpfung, Kopfschmerzen und Verdauungsprobleme wie Verstopfung, Durchfall und Blähungen. Hinweis: Nicht bei Magengeschwüren anwenden.

Der Milz-Meridian

Der Milz-Meridian ist eine Yin-Leitbahn. In seinem Verlauf befinden sich 21 Punkte. Er beginnt am inneren Nagelflzwinkel der Großzehe. Weiter verläuft der Milz-Meridian entlang der Fußinnenseite an der Grenze zwischen Fußsohle und Fußrücken und zieht vor dem Innenknöchel vorbei um Unterschenkel. Von dort gelangt er an der inneren Schienbeinkante hinauf zum Oberschenkel. Entlang der Grenze zwischen Oberschenkelvorderseite und -innenseite erstreckt er sich weiter zur Leistenregion. Von der Leiste aus zieht der Milz-Meridian zum Punkt Milz 16 am seitlichen Oberbauch. Von hier aus verläuft er aufwärts an der seitlichen Brustwand entland zum Punkt Milz 20 in zweiten Zwischenrippenraum. Hier biegt der Meridian nach unten ab. Der Endpunkt Milz 21, liegt zwischen der sechsten und siebten Rippe in der Seitenlinie des Körpers. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei Stress, Angstzuständen und Erschöpfung; bei Hormonstörungen wie Impotenz und Menstruationsstörungen. Hinweis: Nicht während der Schwangerschaft anwenden!

Der Herz-Meridian

Der Herz-Meridian ist eine Yin-Leitbahn, in dessen Verlauf neun Punkte liegen. Er besitzt einen inneren und einen äußeren Ast.

Der äußere Ast beginnt in der Achselhöhle und verläuft an der Oberarminnenseite über die Innenseite des Unterarmes. Über die Handinnenfläche zieht er zum kleinen Finger bis zum daumenseitigen Nagelfalzwinkel des Kleinenfingers. Hier ist der Punkt Herz 9.

Der innere Ast zweigt vom Herzen aus in drei Teile ab: Ein Teil führt senkrecht nach unten zum Dünndarm, ein Zweiter führt am Mundwinkel vorbei bis zum Auge. Der Dritte läuft quer über die Brust vom Herzen zur Lunge und stößt in der Achselhöhle an die Oberfläche (Punkt Herz 1). (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei Depressionen, Ruhelosigkeit, Zerstreutheit, Schlaflosigkeit, Alpträumen; auch bei Herzproblemen und Erschöpfungszuständen.

Der Dünndarm-Meridian

Der Dünndarm-Meridian ist eine Yang-Leitbahn, in deren Verlauf 19 Punkte zu finden sind. Er beginnt am äußeren Nagelfalzwinkel des kleinen Fingers mit dem Punkt Dünndarm 1. In seinem weiteren Verlauf zieht er zunächst an der Außenseite des kleinen Fingers und der Handkante entlang zum Handgelenk. Von dort aus gelangt er über die Außenseite des Unterarmes und den Musikantenknochen seitlich des Oberarmes hinauf zur hinteren Schulterregion. Im Zickzack über das Schulterblatt verlaufend, zieht er schließlich nach vorn zur oberen Schlüsselbeingrube und von hier aus über den seitlichen Hans zum Wangenknochen. Mit einer Zacke zieht der Dünndarm-Meridian nach oben und endet mit dem Punkt Dünndarm 19 vor dem Ohr.

Im Sinne einer Yin-Yang-Paarung ist der Dünndarm-Meridian mit dem Herz-Meridian verbunden. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei jeglichen Ohrproblemen wie Entzündung, Tinnitus, Hörproblemen, etc.

Der Blasen-Meridian

Der Blasen-Meridian ist eine Yang-Leitbahn und mit 67 Punkten der längste der zwölf Haupt-Meridiane. Er beginnt am inneren Augenwinkel und zieht zur Stirn-Haar-Grenze. Hier wendet er sich seitwärts zum Punkt Blase 4 an der vorderen Haargrenze. Vor dort zieht er seitlich der Mittelline über den Kopf zum Punkt Blase 10, der am Übergang vom Hinterkopf zur Wirbelsäule liegt. Hier teilt er sich in zwei Hauptäste, die nahezu parallel der Mittellinie über den Rücken laufen. Der inner Ast zieht nach unten über die Kreuzbeinregion und die Gesäßinnenseite zur Oberschenkelrückseite. Der äußere Ast verläuft nahezu parallel über die Gesäßmitte und weiter über die Oberschenkelrückseite zur Kniekehle. Hier vereinigen sich der innere und der äußere Ast im Punkt Blase 40 wieder. Über Wade und Fußaußenkante zieht der Meridian bis zu Kleinzehe. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei Rückenschmerzen, Hüftschmerzen, Knieschmerzen; bei Erbrechen, Durchfall; bei Hitzschlag; bei Hautproblemen wie Hautausschlag, Hautreizungen, Jucken, etc.

Der Nieren-Meridian

Der Nieren-Meridian ist eine Yin-Leitbahn, in deren Verlauf sich insgesamt 27 Punkte befinden. Der Leitbahn beginnt am Übergang vom mittleren zum vorderen Drittel der Fußsohle. Von hier aus zieht sich über die Innenseite des Fußes an einen imaginären Punkt zwischen Achillessehne und Innenknöchel. Dort vollzieht der Meridian eine Schleife um den Knöchel herum und verläuft am Hinterrand der innen Schienbeinkante nach oben, an der mittleren Seite des Oberschenkels entlang und über die Leistenregion zum Rumpf. Auf dem Rumpf verläuft er zunächst unmittelbar neben der Mittellinie des Körpers hinauf bis zum Brustbein. Dort weicht er drei Cun zur Seite ab und zieht parallel der Mittelinie über die Brust zum Schlüsselbein. Der Endpunkt Niere 27 liegt direkt unterhalb des Schlüsselbeines, zwei Cun von der Mittellinie entfernt. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei Halsschmerzen, Zahnschmerzen, Tinnitus, Asthma, Schlaflosigkeit, Rückenschmerzen (Steißbein) und bei Menstruationsbeschwerden.

Der Perikard-Meridian

Der Perikard-Meridian ist eine Yin-Leitbahn. In seinem overflächlichen Verlauf treffen Sie auf neun Punkte. Seinen Ursprung findet der Perikard-Meridian im vierten Zwischenrippenraum, das heißt zwei Fingerbreiten seitlich einer durch die Brustwarzen gedachten Linie dem Punkt Perikard 1.

In seinem weitern Verlauf steigt der Perikard-Meridian zunächst seitlich der Brustwarzen nach oben. Über den vorderen Rand der Achselhöhle zieht er anschließend über die Innenseite des Armes hinunter zum Handgelenk. Der Perikard-Meridian verläuft weiter über die Handinnenflächen zur Spitze des mittleren Fingers und endet im Zentrum der Mittelfingerbeere mit dem Punkt Perikard 9.

Wie der Herz- und der Dünndarm-Meridian gehört auch der Perikard-Meridian zur Wandlungsphase Feuer. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei Nervosität, Herzrasen, Brustschmerz, fliegender Hitze; bei Gastritis. Hinweis: Nicht anwenden, wenn man sich erschöpft fühlt!

Der Drei-Erwärmer-Meridian

Der Drei-Erwärmer-Meridian ist eine Yang~Leitbahn mit 23 wirksamen Punkten. Er beginnt am seitlichen Nagelfalzwinkel des Ringfingers mit dem Punkt Drei-Erwärmer 1 und zieht über den Handrücken, an der Unterarmaußenseite entlang über den Ellenbogen und die Außenseite des Oberarmes. Von hier aus verläuft er parallel zur Schultermuskulatur über den hinteren Schulterbereich und über den Nacken weiter hinter das Ohr, um die Ohrmuschel herum nach vorn zur Schläfe an den äußeren Endpunkt der Augenbraue. Dort endet der Meridian mit dem Punkt Drei-Erwärmer 23. Der Drei-Erwärmer-Meridian reguliert den Energiefluß in den drei Körperhöhlen Lungen-, Oberbauch- und Unterbauchhöhle.

Der Drei-Erwärmer-Meridian ist mit dem Perikard-Meridian im Sinne einer Yin-Yang-Paarung verbunden. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei Beschwerden in den Fingern, der Hand, den Armen, im Nacken, den Ohren und dem Kopf, insbesondere bei Kopfschmerzen, Migräne und Nackenschmerzen.

Der Gallenblasen-Meridian

Der Gallenblasen-Meridian ist eine Yang-Leitbahn mit 44 Punkten. Er beginnt im äußeren Augenwinkel und zieht in einer schräg fallenden Linie zum Ohr. Von dort aus steigt er zur Schläfe auf, zieht vor den oberen Ohrmuschelansatz
im großen Bogen um das Ohr herum. Von der Ohrrückseite aus verläuft er über den seidichen Schädel bogenförmig zurück zur Stirn. In einem weiteren Bogen zum seitlichen Hinterkopf und verläuft über Nacken und die Schultermuskulatur zur oberen Schlüsselbeingrube.
Vor der Achselgrube zieht er nach unten. Im Zickzack läuft er die seitliche Rumpfwand hinunter zur Hüfte. Über die Beinaußenseite zieht er vor dem Außenknöchel zum seitlichen Fußrücken. Seine Endstrecke führt über den Fußrücken zur vierten Zehe. Der Gallenblasen-Meridian endet am äußeren Nagelfalzzwinkel der vierten Zehe mit dem Punkt Gallenblase 44. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei Kopfschmerzen, Nackenschmerzen; bei Fieber, Erkältung; bei zu hohem Blutdruck; bei Augenprobleme.

Der Leber-Meridian

Der Leber-Meridian ist eine Yin-Leitbahn. In seinem Verlauf befinden sich 14 Punkte. Der Meridian beginnt am inneren Nagelfalzwinkel der großen Zehe mit dem Punkt Leber 1, der auch als »Großer, wackerer Zeh« bezeichnet wird. Auf der äußeren Seite der Großzehe, das heißt in
Richtung der kleinen Zehe, ffihrt der Leber-Meridian über den Fußrücken vor dem lnnenknöchel nach oben. Er zieht weiter an der Unterschenkelinnenseite entlang bis zur Leistenbeuge, wo die Punkte 12 und 13 des Milz-Meridians passiert werden. Von der Leistenregion aus, das
äußere Genitale und den Schambereich umfährend, verläuft der Leber-Meridian nach oben zum Rippenbogen. Der Leber-Meridian endet im sechsten Zwischenrippenraum senkrecht unter der Brustwarze mit dem Punkt Leber 14, der im traditionellen Sinne »Pforte am
Ende der Periode« genannt wird. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: bei Wut, Nervosität, Stress und Depressionen; bei Kopfschmerzen, Menstruationsschmerzen; bei hohem Blutdruck. Hinweis: Nicht anwenden bei Erschöpfung.

Das Lenkergefäß

Lenkergefäß ist eine Yang-Leitbahn mit 28 Punkten. Es beginnt zwischen Anus und Steißbeinspitze und verläuft zwischen den Gesäßbacken nach oben aufsteigend in der hinteren Mittellinie, gerade über der Wirbelsäule nach oben über den Kopf bis zum Mund. Es endet am Lippenbändchen der Oberlippe mit dem Punkt Lenkererfäß 28. Die Punkte des Lenkergefäßes werden eingesetzt bei Erschhöpfingszuständen und Störungen der Sexualifunktion. Weitere Einsatzgebiete sind Schwäche und
Erkrankungen der Wirbelsäule sowie akute Erkältungskrankheiten und lmmunschwäche. Auch bei Minderung der kognitiven Leistung wie geistiger Entwicklungsstörung werden Punkte des Lenkergefäßes behandelt. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: Bei Fieberkrankheiten, übermäßiger Erregbarkeit, Steifheit der Wirbelsäule, tonischer Krampf der Rückenmuskulatur und Symptome von Krankheiten des zentralen Nervensystems.

Das Konzeptionsgefäß

Das Konzeptionsgefäß ist eine Yin-Leitbahn mit insgesamt 24 Punkten. Es beginnt in der Dammmitte und verläuft über das Genitale auf den Rumpf und zieht dort auf der Mittellinie bis zum Kinn. Es endet in der Hautfalte zwischen Kinn und Lippen. Das Konzeptionsgefäß gilt als »See oder Meer des Yin«. Es kontrolliert die Geschlechtsreifung und reguliert das gegenläufige Magen- und Lungen-Qi. Solches zeigt sich z. B. in Übelkeit, Erbrechen oder Asthma. Punkte des Konzeptionsgefäßes werden bei Herz- und Lungenerngenerkrankungen oder Beschwerden im Mund-Rachen- und Kehlkopfbereich massiert. Weitere Anwendungsgebiete sind Nervenschmerzen im Gesicht. Auch Beschwerden des Magen-Darm-Traktes sowie Menstruationsstörungen gehören zum Einflussbereich des Konzeptionsgefäßes. (Quelle: Atlas der Akupressur, Bernhard C. Kolster)

Anwendung: Krankheiten des Urogenitalsystems, Brüche, Husten und Asthma.

Durchführung der Akupressur

Praktisch an dem Heilverfahren der Akupressur ist, dass man mit gewissen Vorkenntnissen die Methode auch selbst anwenden kann. Kennt man die genauen Stellen bzw. Akupressurpunkte, kann bereits losgelegt werden. Die dazu notwendigen Listen findet man in der Literatur. Mit Anwendungs-Videos fällt es noch leichter. Am besten ist es, wenn man dies vorab mit einem Arzt oder ausgebildeten Akupressur-Masseur abspricht und/oder sich das zeigen lässt. Bei Schwangerschaft oder Herzproblemen sollte man dies auf jeden Fall tun!

Tipps:

  • Vor der Akupressurtherapie sollte der Magen weder voll noch leer sein.
  • Die Akupressur führt man am besten mit der Fingerkuppe durch. Mit Druck wird die entsprechende Stelle zwischen fünf Sekunden bis zu fünf Minuten massiert.
  • Die Intensität des Drucks kann man variieren: Mit festem Druck erzielt man eine beruhigende Wirkung. Mit sanftem Druck wirkt es eher anregend.
  • Man kann statt drücken auch klopfen, reiben oder kneten.
  • Die Akupressur kann bis zu dreimal am Tag stattfinden, am besten morgens, mittags und abends.

Die Wirkung der Akupressur kann entweder sofort eintreten oder sich etwas Zeit (15-20 Minuten) lassen. Damit sich der Behandlungserfolg entfalten kann, sollte zwischen den einzelnen Behandlungen eine kurze Pause eingelegt werden.

Der Vorteil: Bei der Akupressur sind keine Nebenwirkungen bekannt!

Wie hilft Akupressur gegen Schnarchen?

Mit der Technik der Akupressur können nicht nur die Atemwege unterstützt werden. Durch die Druckmassage auf zwei Punkte an den kleinen Finger, die bis in die Nasen- und Rachenregion (SI2-Qiangu und HT9 Shao Chong) verlaufen, kann als Folge der verbesserten Atmung das Schnarchen reduziert werden oder sogar komplett ausbleiben.

Denn was bei Erkältung oder Schnupfen hilft, kann auch nachts für freie Atemwege sorgen. Durch die bessere Atmung fühlt man sich nicht nur wohler, sondern schläft ohne oder weniger zu schnarchen. Man kann dafür regelmäßig die Punkte akupressieren oder den Akupressurring Sleepring tragen. Dieser übernimmt mit seinen innenanliegenden Aktivatoren die durchgängige Wirkung der Akupressur. Während der Nacht übt der Ring damit dauerhaft stumpfen Druck auf die zwei für die Atmung zuständige Punktstellen aus und wirkt durchgängig.